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Sep 6th 2009, 09:14 AM
0 raters
Ich weiß nun wirklich nicht was ich
schreiben soll. Die Monotonie schlägt durch. Langeweile und Stumpfsinn.
Womit soll ich nun beginnen? Die Umschulung schlängelt sich so dahin.
Es wird Druck gemacht, die Mitumschüler sollen endlich lernen.
Natürlich habe ich auch einen Test versaut. Mangelhaft. Es ist ja nur
WiSo. Die Krankenversicherung war das Thema. Aber nun gut, ich hab es
nachgeholt. Wie wichtig sie sich nehmen, führt oft dazu, dass sie nur
einen Blick auf sich selbst haben. Einer tritt die Eingangstür, die
selbsttätig schließt, zu und wird vom Umschlungsleiter ermahnt. Ich
konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Der Leiter und die
sozialpädagogische Betreuung machen das gleiche wie Sisyphos, als er
den Felsen, der Mythologie nach, auf einen Hügel hinauf rollt, der
Felsen entgleitet und rollt wieder hinab und Sisyphos beginnt von vorn.
Die Leitung wie auch die Dozenten ermahnen und ermahnen und mahnen die
Gleichen und das Gleiche. Es scheint nichts anzukommen. Ich sprach mit
dem ermahnten. Er fand es ungerecht ermahnt worden zu sein, denn bevor
er die Tür zu trat hat wohl ein anderer Mitumschüler eine andere Tür
beschädigt und wurde nicht ermahnt (wohl, weil kein Dozent oder
Aufsicht dabei war, aber das ging ihm nicht auf).
Für einen
anderen Mitumschüler bin ich wohl der Teufel in Person. Er erzählte
mir, dass ein anderer über mich sagte, ich solle mich nicht so sehr um
einige Mitumschüler kümmern, dann würde ich auch endlich Einsen
schreiben. Ich sollte es nicht erzählen, dass er es mir erzählt hat.
Dennoch dachte ich, ich mach es doch. Ich sprach den darauf an und
sagte, er habe es gesagt. Daraufhin war alles geregelt. Zwischen dem
Einen und mir. Jedoch war der, der es mir erzählte, sehr sauer. Im
Unterrichtsraum stand ihm die maßlose Enttäuschung mitten ins Gesicht
geschrieben und er machte keinen Hehl daraus. Aber wie: "Ich bin sehr
enttäuscht von dir, damit habe ich nicht gerechnet und ich werde dir
nie wieder etwas sagen." Willkommen in der Kindergartengruppe "Schlag
mich mit dem Förmchen, hau ich dich mit dem Schäufelchen", dachte ich
mir. Ich entschuldigte mich und die Sache, so glaubte ich, war
gegessen. Doch wirklich sprach er die ganze Zeit nicht mit mir, sondern
ignorierte mich. Übrigens haben wir uns selten wirklich unterhalten.
Aber was soll es.
Wir hatten in den letzten Tagen sehr häufig bei
einem anderen Dozenten, der mit uns WiSo und speziell den Kaufvertrag
und das dazugehörige Recht des BGB und HGB durch genommen hat. Einige
Mitumschüler quatschten die ganze Zeit, ein anderer spielte mit seinem
Laptop herum und schaute sich Filme an, eine andere lag in ihrem Stuhl
und hatte die Füße auf dem Tisch. Irgendwann meinte der Dozent, warum
machen wir das, wäre es nicht sinnvoller nur denen zu helfen, die Hilfe
wollen. Den Rest könne man einfach links liegen lassen. Dazu sollte man
noch sagen, dass wir mit ungefähr 12 von 22 Umschülern begannen und
irgendwann waren wir nur noch 10 von 22. Einer hatte am Tag zu vor wohl
gekifft, der andere hatte keine Lust mehr.
Ich überlege mir nun, ob
ich weiter mache. Auf der einen Seite habe ich das Gefühl ich gehe
dabei unter. Wäge ich die Vor- und Nachteile ab, so muss ich
realistisch zu dem Schluss kommen, dass es besser ist auf zuhören. Doch
die Konsequenzen eines Abbruchs, auch wenn ich die Betreuung und die
Arbeitsagentur dafür gewönne, hätte ich noch einen riesigen Fleck in
meinem Lebenslauf. Also lasse ich mir graue Haare wachsen und mache
weiter. Schließlich kann man sich die grauen Haare, wenn meine
Eitelkeit zu nimmt, färben. Zumindest werden sie mir nicht ausfallen.
In der Familie haben sie noch alle ihr Haar, egal wie alt.
Tags:
Umschulung
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